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Learning Outcomes
Die Studierenden lernen (1) über die regelmäßige und aktive Mitarbeit, (2) das Referat und (3) die schriftliche Hausarbeit (1) verschiedene Methoden der Textanalysen und Interpretationen, (2) den wissenschaftlichen Umgang mit der Bibliographie/Sekundärliteratur und (3) das eigene Abfassen wissenschaftlicher Texte. Da Deutsch die Unterrichtssprache ist, verbessert sich ihre Sprachkompetenz.
Course Content (Syllabus)
Das Ende des alten und der Beginn des neuen letzten Jahrhunderts ist literarisch durch eine Fülle unterschiedlicher Bestrebungen und Stilrichtungen gekennzeichnet, wie die Termini Jugendstil, Impressionismus, Symbolismus/Ästhetizismus, Fin de siècle und Décadence bezeugen. Denn bereits um 1890, gleichzeitig mit den Ideen und Werken der Naturalisten, entstehen die ersten dezidiert antinaturalistischen Werke. Der Wiener Essayist Hermann Bahr verwendet den Begriff ‚modern‘ anders als der Naturalist Eugen Wolff, und formuliert damit das Programm der sogenannten Wiener Moderne. Mit der Wiener Moderne wird eine Gesellschaft assoziiert, die sich von ihren einstigen geistigen Orientierungsmarken wegbewegt und in der sich das tradierte sozio-geisteskulturelle Rahmensystem allmählich auflöst. Es vollzieht sich ein Paradigmenwechsel, der sich in der Literatur als Ich-Krise, Sprachkrise und Bewusstseinskrise manifestiert. Es handelt sich um eine Verwirrung, die aus dem Werteverlust und der daraus resultierenden Infragestellung des autonomen Subjekts zu erklären ist und sich in verschiedensten Formen der Ich- und Sinnsuche artikuliert. Wir werden im Seminar sehen, wie die Literatur auf die Krise der bürgerlichen Moderne reagiert und sie ästhetisch verarbeitet. Behandelt werden folgende Texte:
Primärliteratur:
Arthur Schnitzler: Anatol (1893), Reigen (1896/97)
Frank Wedekind: Lulu: Erdgeist (1895) und Die Büchse der Pandora (1902)
Hugo von Hofmannsthal: Der Tor und der Tod (1893), Ein Brief (1902)
Robert Musil: Verwirrungen des Zöglings Törleß (1906)
Sekundärliteratur: Dagmar Lorenz (2007): Wiener Moderne, Stuttgart; Gotthart Wunberg (2000): Die Wiener Moderne: Literatur, Kunst und Musik zwischen 1890 und 1910, Stuttgart.
Schlüsselwörter
Literatur der Wiener Moderne, Jugendstil, Impressionismus, Symbolismus/Ästhetizismus, Fin de siècle, Décadence
Description
Konstante, aktive Teilnahme, mündliches Referat mit Thesenblatt und schriftliche Abschlussprüfung (6 ECTS). Die Studenten haben, nach Absprache mit der Dozentin, die Möglichkeit eine zusätzliche Hausarbeit einzureichen, die weiteren 3 ECTS, also 9 ECTS, entspricht.
Diese Veranstaltung bietet eine Vertiefung des Hauptseminars gleichen Titels und kann nur mit diesem zusammen belegt werden.