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Course Content (Syllabus)
Da Europa allerlei sein kann — eine Festung und eine Währungszone, eine phönizische Königstochter, eine "Idee", eine Wirtschaftsmacht, eine geopolitische Einheit und ein Geflecht aus düsteren und beunruhigenden Geschichten — müssen seine Bedeutungen und Demarkationen immer wieder neu ausgehandelt werden. Daran haben nicht zuletzt die Literatur und die Kunst, ob »europäisch« oder »außereuropäisch«, zentralen Anteil, indem sie die ältesten Mythen und aktuellsten Kollektivsymbole unablässig zur Diskussion stellen. Das veranschaulicht das Seminar anhand von Romanen, Essays, Filmen und Installationen, die alle (und zwangsläufig) randständige und verschobene Positionen gegenüber Europa einnehmen - von "Dead Europe" von Christos Tsiolkas und "Die Auswandernden" von Peter Waterhouse bis hin zu Habermas oder Derridas Europa. Am Ende kann man nicht umhinkommen, die Frage zu stellen (die auch George Steiner gestellt hat): Ist Europa dazu verdammt, das große Museum zu bewohnen, das wir Geschichte nennen? Oder gibt es noch Wege der Hoffnung, die es wert sind, erforscht zu werden?
Weitere Bibliographie
- Assmann, Aleida. Der europäische Traum. Vier Lehren aus der Geschichte. Beck 2020.
- Derrida, Jacques. Das andere Kap / Die vertagte Demokratie. Zwei Essays zu Europa. Suhrkamp, 1992.
- Habermas, Jürgen. Ach, Europa. Suhrkamp, 2008.
- Renger, Almut Barbara. Mythos Europa. Texte von Ovid bis Heiner Müller. Reclam, 2003.
- Renger, Almut Barbara/Ißler, Roland Alexander. "Stier und Sternenkranz. Europa in Mythos und Geschichte. Ein Rundgang."
Europa Stier und Sternenkranz. Von der Union mit Zeus zum Staatenverbund. V & R unipress,/Bonn University Press, 2009, S. 51-99.
- Ugrešic, Dubravka. "Nice People Don’t Mention Such Things." European Journal of Women’s Studies, vol 5. no. 3-4, Nov. 1998, S. 297-310.